Passivhaus bauen: Das einzige Baukonzept mit Zukunft

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Passivhaus bauen

SPRICHT EIGENTLICH irgendetwas dagegen, ein Passivhaus bauen zu wollen? Kurz und bündige Antwort: Nein! Die gestellte Frage hätte aber ohnehin überhaupt ganz anders lauten müssen: 

  • "Warum entscheiden sich auch heute noch die meisten Bauherrn und angehenden Hausbesitzer gegen ein Passivhaus, obwohl dieser Energiestandard bereits ab 2020 europaweit Pflicht ist?"

Die Antwort auf diese sicherlich mehr als berechtigte Frage ist allerdings gar nicht so einfach zu beantworten. Es ist sogar ein unerklärliches Rätsel, warum die Passivhausbauweise nicht schon heute Standard ist. Alleine an der nicht wirklich optimistisch klingenden und werbetauglichen Bezeichnung Passiv-Haus kann es aber wohl kaum liegen.

Dass immer noch viel zu wenige Bauherren ein Passivhaus bauen, liegt vielmehr vor allem daran, dass die nicht mehr aufzuhaltende Passivhausbewegung von Lobbyisten und Verhinderern immer noch mit fadenscheinigen Argumenten schlechtgeredet wird.

 HALBWISSEN IST EIN SCHLECHTER RATGEBER... 

Halbwissen ist jedenfalls nie ein guter Ratgeber - auch dann nicht, wenn die Falschinformationen von vermeintlich seriösen Quellen stammen. Bis vor kurzem noch war beispielsweise auf Wikipedia über das Passivhaus zu lesen:

"... Energieverlust durch geöffnete Fenster. Die erwärmte Innenraumluft enthält die aufgewendete Heizenergie. Entweicht diese Luft, entweicht auch die Energie. Im Alltag gibt es jedoch Anlässe, um die Fenster zu öffnen. Durch die geöffneten Fenster entweicht die warme Luft und mit ihr die Energie."

 SEHR MERKWÜRDIG... 

Entweicht nicht bei jedem Haus warme Luft, wenn die Fenster geöffnet sind? 

So viel jedenfalls zu "objektiven Informationen". Und obwohl die seltsame Wikipedia-Information zum Thema Passivhaus bauen mittlerweile geändert wurde, ist auch heute noch zu lesen: "Der Mehrwert von Passivhäusern hinsichtlich Umweltschutz und Behaglichkeit ist umstritten..."

  • Wirklich bedenklich an dieser unqualifizierten Meinungsmache ist allerdings, dass sich für die Verbreitung von Halbwissen vor allem auch sogenannte Experten wissentlich missbrauchen lassen, um bei den Verbrauchern und Konsumenten - also auch bei IHNEN - in eine bestimmte Richtung zu argumentieren.

Dann kommt es durchaus auch vor, dass sich "angesehene" Architekten oder andere Passivhausgegner zu absolut unsinnigen Aussagen wie"Passivhäuser machen krank" hinreißen lassen.

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Lern-Modul 08A
Passivhaus bauen. Alles, was Sie in jedem Fall wissen sollten

TATSACHE IST, dass das Thema Passivhaus bauen bzw. Passivhaus planen ein sehr komplexes Fachgebiet ist und tatsächlich noch sehr viel Informationsbedarf besteht - bei den Fachleuten und zukünftigen Hausbesitzern gleichermaßen. Wenn SIE sich also - und das sollten Sie in jedem Fall tun - mit dem Gedanken beschäftigen, ein Passivhaus bauen zu wollen, müssen Sie zuerst einmal diese allergrößten "Hürden" meistern:

InfoS AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Hausbau-Wissen auf den Punkt gebracht
  1. Sie müssen sich umfassend informieren und dazu auf objektive Informationsquellen zurückgreifen.

  2. Sie müssen sich frühzeitig mit allen notwendigen Bauteilen und Komponenten des Passivhaus-Standards vertraut machen.

Informationsquellen gibt es jedenfalls genug. Unzählige Fachbücher und Zeitschriften sowie auch tausende Internetseiten warten nur darauf, von interessierten Bauherren entdeckt  - und auch gelesen zu werden.  

 DAS PROBLEM 

  • Die Menge an Informationen, die über das Thema Passivhaus bauen zu finden sind, führen nicht selten dazu, dass der Leser sprichwörtlich gesagt, vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.
  • Vor allem als Laie ist es fast unmöglich, die wichtigsten Sachverhalte rund um das Passivhaus so herauszufiltern, dass mit gutem Gewissen die richtigen Entscheidungen getroffen werden können.
  • Darüber hinaus sorgen mehr oder weniger seriöse Diskussionsforen, wo lediglich subjektive Meinungen vertreten werden, für mehr Verwirrung als Aufklärung.  

 DIE LÖSUNG 

Hier im HausbauManager wurden alle wichtigen Informationen zum Thema Passivhaus bauen für Sie herausgefiltert und auf das Wesentliche reduziert und auf den Punkt gebracht.

WAS IST EIN PASSIVHAUS ÜBERHAUPT?

  • Ein Passivhaus ist mehr als ein "Energiesparhaus" - es ist vielmehr ein Gebäudestandard und das einzige Baukonzept, das gleichzeitig energieffizient, komfortabel, wirtschaftlich und umweltfreundlich ist. 

  • Das Passivhaus stellt ein Gesamtkonzept für höchste thermische Behaglichkeit dar. Diese Wohnkomfort wird gewährleistet durch mehrere passive Maßnahmen - beispielsweise durch eine hoch gedämmte, luftdichte Gebäudehülle ohne Wärmebrücken oder durch die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage.

 WICHTIG! 

In welcher Bauweise Sie ein Passivhaus bauen wollen, spielt keine Rolle, weil der Passivhaus-Standard auf bauphysikalischen Grundregeln beruht, die in jeder beliebigen Bauweise und mit allen möglichen Materialien "funktionieren".

Der Physik ist es völlig egal, ob mit Beton, Ziegeln, Holz, Styropor, Stroh oder womit auch immer gebaut wird - Hauptsache, die Anforderungen an den Passivhaus-Standard werden erfüllt.  

WELCHE ANFORDERUNGEN MUSS EIN PASSIVHAUS ERFÜLLEN?

Vorab eine Anmerkung: Diese Seite hat nicht den Zweck, Sie mit technischen Details zu bombardieren. Das tun schon andere Webseiten. Hier geht es darum, alles möglichst einfach zu erklären und auch zu verstehen - daher auch hier die Konzentration auf das Wesentliche:  

 FüR EIN PASSIVHAUS GELTEN DIESE 5 GRUNDSÄTZE:

 1. WÄRMEDÄMMUNG:  Die undurchsichtigen Bauteile der Außenhülle eines Hauses - also alles, mit Ausnahme der Fenster - müssen so gut gedämmt sein, dass sie einen U-Wert  (Wärmedurchgangskoeffizient) von höchstens 0,15 W/m²K haben. 

Was bedeutet dieser Wert? Pro m² Außenfläche und Grad Temperaturunterschied (in Kelvin oder Grad Celsius) zwischen innen und außen gehen 0,15 Watt (Wärmeleistung) verloren.  

 2. FENSTER:  Die U-Werte der Fenster dürfen höchstens 0,80 W/m²K betragen, wobei dieser Wert für die Verglasung inklusive des Fensterrahmens gilt.

 3. WÄRMEBRÜCKEN:   Allen Bauteil-Anschlüsse, Kanten, Ecken und Durchdringungen müssen sorgfältig geplant und ausgeführt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden. Wo sie nicht zu vermeiden sind, müssen die Wärmebrücken zumindest auf ein Minimum reduziert werden.

Übrigens: Dort wo Wärmebrücken sind, zieht es später im Haus oder es entstehen unangenehme Kaltluft-Bereiche. 

 4. LUFTDICHTHEIT:  Das gesamte Gebäude muss luftdicht ausgeführt, damit durch undichte Fugen kein unkontrolliertes Einströmen von feuchter Außenluft stattfinden kann. 

 5. LÜFTUNGS-WÄRMERÜCKGEWINNUNG 

Die Komfortlüftung mit hochwirksamer Wärmerückgewinnung hat den Zweck, Energie zu sparen - in einem Passivhaus werden 75% der Wärme aus der Abluft über einen geeigneten Wärmeträger wieder der Frischluft zugeführt.

  • Vor allem aber sorgt die Lüftungsanlage für eine besonders gute Raumluft.

WARUM EIN PASSIVHAUS BAUEN? 

  1. Weil die EU ab 2020 für Neubauten nur noch einen Energiestandard vorschreibt, der dem von Passivhäusern entspricht. Das bedeutet, dass nur mehr Gebäude gebaut werden dürfen, die nahezu keine Heizenergie mehr benötigen.

  2. Weil Sie erhebliche Energie- CO2- und Nebekosteneinsparungen erzielen, wenn Sie ein Passivhaus bauen und zugleich die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen steigern.

  3. Weil Sie durch die hochwertige Bauqualität von einem langfristigen Werterhalt Ihrer Immobilie ausgehen können.

  4. Weil im Gegensatz zu früheren Jahren die Mehrkosten für ein Passivhaus stark gefallen und daher heute für JEDEN erschwinglich sind.  

 PRIORITÄTEN SETZEN  

Passivhäuser können heute unter Umständen sogar weniger kosten als herkömmliche Häuser. Stöhnen Sie trotzdem nicht, wenn der Bau IHRES ökologischen Passivhauses vielleicht bis zu zehn Prozent mehr kostet.

  • Sie werden im Lauf der nächsten 50 Jahre ein Vielfaches sparen - gut und gerne mehr als 200.000 EUR sogar. Zuallererst werden Sie im wahrsten Sinne des Wortes 80 Prozent weniger Geld verheizen.

  • Den größten Brocken sparen Sie aber bei der Wartung und Instandhaltung sowie bei den Erneuerungsintervallen ein - schlicht und einfach deshalb, weil sich Qualität langfristig IMMER bezahlt macht.

WIE VIEL HEIZENERGIE VERBRAUCHT EIN PASSIVHAUS?

Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau verbraucht ein Passivhaus rund 75% weniger Heizenergie. Der Heizölgleichwert beträgt etwa 1,5 Liter pro m²  und Jahr.

 KONKRET:  Würden Sie die Heizenergie, die ein beispielsweise 150 m² großes Passivhaus benötigt, mit Heizöl erzeugen, würden Sie pro Jahr 225 Liter Heizöl verbrauchen - ein Verbrauch, der weit unter einem Niedrigenergiehaus liegt.

WIE IST DIE ENORME ENERGIEEINSPARUNG MÖGLICH?

  1. Durch besonders energieeffiziente Bauteile.
  2. Durch eine ausgereifte Lüftungstechnik. 

 DIE GRUNDPRINZIPIEN LAUTEN ALSO: 

  • Wärmeverluste vermeiden und
  • durch bauliche Maßnahmen Wärmegewinne optimieren.

Die wichtigsten Bauteile und Komponenten eines Passivhauses

WENN SIE EIN FUNKTIONIERENDES Passivhaus bauen wollen, müssen neben den speziellen Bauteilen und Komponenten auch verschiedene Rahmenbedingungen eingehalten werden. Hier die auf das Wesentliche reduzierten Informationen:

KOMPAKTHEIT UND A/V-VERHÄLTNIS

Je kompakter Ihr Haus geplant und gebaut wird, desto geringer werden die Wärmeverluste ausfallen. Wie kompakt ein Haus ist, wird durch die Ziffern A und V ausgedrückt - das A/V-Verhältnis (Kompaktheitsgrad).

  •  A  ist dabei die wärmeübertragende Außenoberfläche.
  •  V  ist das beheizte Volumen des Hauses.

 KONKRET: 

  • Verzichten Sie möglichst auf Erker, Vorsprünge oder Auskragungen, weil diese die wärmeübertragende Fläche vergrößern und dadurch Wärmeverluste enstehen, die nur mit größeren Dämmstoffdicken ausgeglichen werden können. 
  • Kleine Gebäude haben ein ungünstigeres A/V-Verhältnis als größere Häuser.
  • Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser haben ein A/V-Verhältnis von etwa 0,4 bis 0,7.
  • Bei Einfamilienhäusern beträgt der Kompaktheitsgrad meistens bei  0,8 bis 1,0. 

SOLARE AUSRICHTUNG

Wenn Sie ein Passivhaus bauen, ist die Nutzung der Sonnenenergie eine fest einkalkulierte Größe in der Gesamtwärmebilanz. Solaren Energiegewinnen kommt daher bei der Planung eines Passivhauses große Bedeutung zu. 

 KONKRET: 

Die größten Fensterflächen nach Süden ausrichten.Im Norden Fenster möglichst spärlich einplanen. Aufenthaltsräume wie Wohn- und Kinderzimmer nach Süden ausrichten. Bad, WC, Abstell- oder Technikräume nach Norden ausrichten.Abweichungen um bis zu 30° nach Westen oder Osten sind problemlos realisierbar.

VERSCHATTUNG

Damit der im Winter gewünschte Wärmeeffekt im Sommer nicht zur Überhitzung des Hauses führt, müssen vor allem die Südfenster über eine außen liegende Verschattungsmöglichkeiten verfügen - sprich Rollläden, Jalousien oder Fensterläden. 

 KONKRET: 

  • Dachüberstände können von Vorteil sein, im Winter muss die Südfassade aber verschattungsfrei sein.
  • Große Nadelbäume oder Nachbargebäude in unmittelbarer Nähe können sich nachteilig auf das Passivhaus auswirken. 

FREIHEIT VON WÄRMEBRÜCKEN

Wie schon weiter oben unter den 5 Grundsätzen angeführt, muss das oberste Ziel beim Passivhaus bauen die weitgehende Vermeidung oder größtmögliche Reduzierung der  Wärmeabflüsse sein.

  • Die Schwachstellen bei den wärmegedämmten Bauteilen sind demnach immer Kanten, Ecken, Anschlüsse und Durchdringungen, weil genau in diesen bereichen immer ein vergrößerter Wärmeabfluss stattfindet.   
  • Wer in Passivhaus bauen möchte, kommt also an der Planung und Ausführung einer wärmebrückenfreien Konstruktion nicht vorbei. 

 DRINGENDE HBM-EMPFEHLUNG 

Wenn Sie ein Passivhaus bauen wollen, sollten Sie in Ihrem ureigenen Interesse darauf verzichten, sich von Leuten "beraten" zu lassen, die noch keine Passivhäuser geplant und gebaut haben.

  • Leider gibt es auch heute noch sehr viele Baumeister und Architekten, die noch nicht erkannt haben, dass die Zukunft NUR dem Passivhaus gehört.

Beauftragen Sie daher unbedingt einen zertifizierten Passivhaus-Planer! Diese Spezialisten gibt es mittlerweile in ganz Europa und mit großer Wahrscheinlichkeit finden Sie so einen Passivhaus-Planer auch ganz in IHRER Nähe.

LUFTDICHTHEIT

Damit es innerhalb der Konstruktion des Hauses zu keinem unkontrollierten (Infiltrations-)Luftwechsel über Fugen kommt, muss die gesamte Gebäudehülle eines Passivhauses wind- und luftdicht ausgeführt werden. Durch die luftdichte Bauweise wird eine Lüftungsanlage erforderlich, welche durch die extrem geringe Heizlast ohne zusätzliche Kanäle, Ventilatoren oder größere Querschnitte auch zur Beheizung genutzt wird und damit auch den Wohnkomfort erhöht. 

 KONKRET: 

  • Sorgfältige Planung und Ausführung aller Bauteilübergänge.
  • Überlappende Stöße von Baupapier oder Folien müssen mit  Klebebändern oder Dichtschnüren verschlossen werden.
  • Bei Dachsparren, die an die aufgehende Wand anzubinden sind, ist besondere Sorgfalt bei der Ausführung nötig.
  • Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird durch ein Druckverfahren überprüft - genannt wird das Verfahren BlowerDoor-Test.
  • Die Luftdichtheit ist beim Massivbau leichter zu erreichen - hier stellt der Innenputz die luftdichte Ebene dar.Schwachpunkte sind Wanddurchdringungen (z.B. Steckdosen), die ebenfalls luftdicht ausgeführt werden müssen.
  • Sämtliche Außenbauteile wie Wände, Dach und unterste Geschoßdecke bzw. Kellerboden müssen ausreichend stark gedämmt sein, um einen U-Wert von 0,15 W/m²K zu erreichen.
  • Je nach Art und Qualität ergeben sich dadurch Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm.

Durch die verbesserten Dämmwerte werden nicht nur die Wärmeverluste reduziert, sondern auch die Temperaturen an den Innenoberflächen im Winter höher und im Sommer niedriger.

  • Da sich die Oberflächentemperaturen kaum von der Raumtemperatur unterscheiden, entsteht ein angenehmes und vor allem gleichmäßiges Raumklima ohne irgendwelche kalte Ecken.

WARUM LUFTDICHT BAUEN?

Die häufigsten Fragen, wenn es darum geht, ein Passivhaus bauen zu wollen, betreffen die Luftdichtheit des Hauses. Immer wieder sind daher genau diese zwei Fragen zu hören:

1. "Muss ein Haus nicht atmen?" 

Also grundsätzlich muss in JEDEM Haus gelüftet werden, weil der Luftaustausch über Ritzen und Fugen nicht zuverlässig ist und daher für eine hygienische Qualität der Raumluft nicht ausreicht. Bei herkömmlichen Häusern erfolgt das Lüften schlicht und einfach durch das Öffnen der Fenster.

  • In einem Passivhaus übernimmt das "Atmen" die Komfort-Lüftungsanlage. Diese bringt ausreichend Frischluft in alle Räume und entsorgt gleichzeitig die verbrauchte Luft ins Freie.

2. Darf ich in einem Passivhaus die Fenster öffnen?

Kurz und bündige Antwort: JA, aber Sie müssen nicht. Die Lüftungsanlage transportiert nämlich regelmäßig Feuchtigkeit ab, sorgt ständig für beste Qualität der Innenluft. In einem Passivhaus haben Sie immer frische Luft, ohne kalte Luftschichten und ohne Zugluft. Und dank der Feinfilter bleiben Pollen und Staub draußen - ein Segen für Allergiker.

Bei einem herkömmlichen Haus müssen hingegen die Fenster regelmäßig geöffnet werden. Oft auch bei Abwesenheit und in der Nacht. Anders lassen sich Gerüche und Feuchtigkeit nicht abführen. In der Praxis wird allerdings sehr oft nicht richtig gelüftet. Entweder zu lange, zu kurz oder überhaupt nicht. 

 FAZIT 

  • Luftdichtheit schützt Bewohner und das Haus. Durch die undichten Stellen in einem herkömmlichen Haus kann feuchte Luft von innen nach außen strömen, diese Luft kühlt ab und die Feuchtigkeit kann kondensieren - die klassische Ursache für Durchfeuchtung und Schimmel in der Bauteilkonstruktion.

BODENPLATTE UND KELLERDECKE

Der jeweils erdberührte Bauteil muss gedämmt und mit luftdichten Anschlüssen ausgebildet werden. Die Bodenplatte oder Kellerdecke bildet die Systemgrenze zwischen beheiztem und nicht beheiztem Gebäudevolumen.

 KONKRET:  Wird der Keller beheizt, ist die Bodenplatte die Systemgrenze, wird der Keller nicht beheizt, ist es die Kellerdecke.

  • Um Wärmeverluste über die Bodenplatte zu verhindern, gehört die Dämmung unterhalb der Bodenplatte - die Perimeterdämmung aus druckbelastbaren Dämmplatten - zum energetischen Ausführungs-Standard. 

Die U-Werte entsprechen jenen der übrigen Außenhülle - also höchstens 0,15 W/m²K.

AUSSENWAND

Passivhaus bauen - Aussenwand dämmen

Am einfachsten lassen sich bei Außenwänden die niedrigen U-Werte (max. 0,15 W/m²K)  des Passsivhausstandards im modernen Holzbau erreichen. Dazu stehen heute in jeder Hinsicht ausgeklügelte Holzständerwand-Systeme aus verschiedenen Holzwerkstoffplatten zur Verfügung.  Die Dämmstärken betragen hier etwa 32 bis 40 cm. 

Eindeutig dickere Wandstärken werden im Massivbau benötigt, wobei hier zweischalige (z.B. dünne Tragwände mit vorgesetzter Dämmschale bzw. Wärmedämmverbundsystem) oder monolithische (hoch wärmegedämmte Steine)  Wandaufbauten mit einer Stärke von 50 cm durchaus üblich sind.  

 U-WERTE IN DER PRAXIS 

Die U-Werte der Außenhülle liegen in der Praxis oft bei 0,10 W/m²K oder sogar noch darunter, obwohl beim Passivhausstandard 0,15 W/m²K zulässig wären. Die zusätzlichen Dämmungen tragen zu einer weiteren Reduzierung der Wärmeverluste bei und sorgen dafür, dass noch mehr Energie und damit auch Geld gespart werden kann. 

Übrigens: Der finanzielle Mehraufwand für zusätzliche Dämmstärken - also für das Erreichen von Dämmwerten unter 0,15 W/m²K - wird durch den wirtschaftlichen Nutzen meistens mehr als abgegolten.

FENSTER UND TÜREN

Passivhaus bauen - Fenster mit gasgefüllter Dreifachverglasung

Die wärmetechnisch schwächsten Glieder innerhalb der Gebäudehülle sind generell die Fenster, Terrassentüren und Haustüren. Die hohen Anforderungen des Passivhaus-Standards können nur von speziellen Passivhausfenstern eingehalten werden. 

 KONKRET: 

  • Die gasgefüllte Dreifachverglasung muss einen Gesamtenergiedurchlassgrad von 50 % aufweisen.

  • Die Fenster werden beim Passivhaus mit luftdichtem Anschluss in die Ebene der Dämmschicht eingebaut. 

  • Zusätzliche Dämmungen des Rahmens tragen zu einer weiteren Reduzierung der Wärmeverluste bei.

 GUT ZU WISSEN: 

Für Fenster gibt es einen eigenen U-Wert - nämlich den Uw-Wert, wobei das kleine "w" für "window" steht.  Den Uw-Wert gibt es deshalb, weil ein Fenster im Wesentlichen immer aus einem Rahmen und der Verglasung besteht und diese verschiedenen Komponenten auch unterschiedliche U-Werte haben. 

  • Für Passivhäuser gilt, dass der effektive U-Wert  - also die U-Werte für Rahmen und Verglasung "zusammengerechnet" - nicht größer als 0,8 W/m²K sein darf. Um diesen Gesamtwert zu erreichen, muss der U-Wert der Verglasung noch niedriger sein, was er bei Passivhausfenstern auch ist. Moderne Drei-Scheiben-Verglasungen erreichen heute einen U-Wert von 0,5 W/m²K - einige sogar noch weniger.

DACH

Abhängig von der Bauform nimmt das Dach rund ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Gebäudehülle ein - daher sind hier Konstruktionen mit besonders niedrigen U-Werten von Vorteil.

  • Wie bei den Außenwänden geht die Tendenz der Dämmqualität im Dachbereich eher in Richtung 0,10 W//m²K, obwohl " nur 0,15 gefordert werden. 

INNERE WÄRMEQUELLEN

Ein unverzichtbarer Bestandteil eines Passivhauses sind hocheffiziente Stromspargeräte. Anders als in herkömmlichen Gebäuden macht sich nämlich die Wärmeabgabe von Kühlschrank, Herd, Tiefkühltruhe, Waschmaschine aber auch von Lampen in einem Passivhaus durchaus bemerkbar. Im Winter ist das sogar wünschenswert.

Im Sommer ist es jedoch wichtig, die inneren Wärmequellen möglichst gering zu halten - und das ist eben nur mich effizienten und Energie sparenden Haushaltsgeräten möglich.

  • Übrigens: Jede Mensch "heizt" mit etwa 80 W und bei einem Einfamilienhaus rechnet man mit insgesamt rund 2,1 W/m² an inneren Wärmequellen.

LÜFTUNG, WÄRMEVERTEILUNG UND WÄRMERÜCKGEWINNUNG

Passivhaus bauen - Wärmerückgewinnung

Wenn Sie ein Passivhaus bauen, entscheiden Sie sich auch für eine behagliche Komfortlüftung mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung. Das bedeutet, dass aufgrund der luftdichten Gebäudehülle der Luftwechsel nicht mehr durch eine reine Fensterlüftung erfolgt.  

 KONKRET: 

  • Die Komfortlüftung sorgt für eine spürbar bessere Luftqualität.
  • Durch Filter können Allergien gemildert sowie Pollen, Schadstoffe und Staub "ausgesperrt" werden.
  • Das Risiko von Schimmelbildung an Wänden und Decken entfällt, weil anfallende Feuchte laufend abtransportiert wird.
  • Die warme Abluft aus Bad, WC und Küche wird laufend abgesaugt, über den Wärmetauscher (z.B. Erdwärmetauscher) geführt und strömt als gereinigte und erwärmte Frischluft laufend in die Wohnräume, wobei 75 bis 80 % der Abluft-Wärme erhalten bleibt.
  • Überströmöffnungen in den Wänden oder an den Türen garantieren auch bei geschlossenen Türen ungehinderten Luftaustausch.

KÜHLUNG

Aufgrund der hoch gedämmten Gebäudehülle ist bei einer Wohnnutzung des Passivhauses eine aktive Kühlung in der Regel nicht erforderlich, weil alle äußeren Einflüsse soweit abgeschirmt werden, dass im Innenraum stets ein behagliches Raumklima herrscht.

  • Erst bei erheblich steigenden inneren Wärmelasten ist eine zusätzliche Kühlung über entsprechende Kälteanlagen oder Wärmetauscher nötig.

RESTWÄRMEBEDARF, HEIZUNG, HAUSTECHNIK

Passivhaus bauen - Abdeckung Restwärmebedarf durch Photovoltaikanlage

Trotz der Reduktion der Wärmeverluste auf ein Minimum und der hohen Dichtheit bleibt beim Passivhaus ein geringer Restwärmebedarf. Um diesen Restwärmebedarf zu decken, wird aber keine herkömmliche Heizungsanlage benötigt.

Als Grundheizung dient vielmehr eine Zuluftheizung, welche über die ohnehin vorhandene Lüftungsanlage mit Nachheizregister betrieben wird. Damit kann eine Raumheizlast von etwas 10W/m² abgedeckt werden. Alle darüber hinausgehenden Raumheizlasten sowie individuelle Steuerungsmöglichkeiten werden am besten durch die Kombination mit einem weiteren Wärmeübertragungskonzept erzielt.

 BEISPIELE: 

  • Kompakte Wärmepumpe.
  • Ein mit Holzpellets befeuerter Ofen.
  • Gas-Brennwert-Kessel mit zentralem Warmwasserspeicher

 IHR ZIEL SOLL ABER EIN ANDERES  SEIN! 

Wenn Sie ein Passivhaus bauen wollen, geht es auch darum, in jeder Hinsicht nachhaltig zu bauen. Sie sollten daher auch ein Schritt weiter gehen und auf die Schadstoffemissionen achten. Ihr Ziel sollte daher eine flammenlose Heizung sein, die auch kühlen kann. 

  • Die sinnvollste Lösung ist daher Strom - noch dazu, wenn der Strom von der eigenen Photovoltaikanlage kommt. 

BEREITUNG VON WARMWASSER

Die grundsätzlich Anforderungen an die Warmwasserbereitung sind bei einem Passivhaus nicht anders als bei herkömmlichen Gebäuden. Da es bei einem Passivhaus in der Regel aber kein herkömmliches Heizsystem gibt, muss auf eine alternative Form der Wassererwärmung zurückgegriffen werden.

 BEISPIEL: 

  • Solaranlage mit Pufferspeicher

Der Speichertechnik wird seitens der produzierenden Industrie in Zukunft mit Sicherheit noch viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das Ziel sind Speicher, die die Sonnenenergie möglichst lange speichern.

  • Aber schon heute liefern beispielsweise Latentwärmespeicher hervorragende Ergebnisse - die von einem Sonnentag über die Powertanks gespeicherte Energie reicht hier durchaus für eine  Woche Warmwasser.

ZUSAMMENFASSUNG

Wenn Sie ein Passivhaus bauen wollen, ist davon auszugehen, dass Sie grundsätzlich nachhaltig bauen wollen. Das bedeutet, dass es auch bei einem Passivhaus nicht nur darum geht, Die Wärme möglichst gut und lange im Haus zu behalten - vielmehr geht es auch darum, wie die Wärme erzeugt wird. 

  • Ein heute gebautes Haus sollte daher in jedem Fall den Passivhausstandard als Grundlage haben UND gleichzeitig sollte auf die Energiegewinnung und die Schadstoffemissionen geachtet werden.  
  • Weil auch Holz- und Biomasseheizungen ähnlich große Primärenergieanteile haben wie Öl- und Gasheizungen haben, sollte das Ziel daher eine flammenlose Heizung sein. Genau dieses "passiv" bauen liefert die perfekte Grundlage für erneuerbare Energiequellen, wobei in einem Passivhaus der Heizwärmebedarf 15 kW/m²a nicht übersteigen darf.

WAS IST DIE AUS HEUTIGER SICHT BESTE LÖSUNG?

Wenn Sie den Autor dieser Webseite fragen würden, wie er als Baufachmann heute sein eigenes Haus bauen würde, hier die auf den Punkt gebrachte Antwort.

"Ich würde ein Passivhaus bauen und in folgende Komponenten investieren: Hochwärmegedämmte Gebäudehülle. Wohraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Solaranlage. Photovoltaik-Kollektoren mit Pufferspeicher. Wärmepumpe."

Übrigens: Mit alle diesen aufgezählten Komponenten ist das Ziel zu erreichen, möglichst wenig Geld für Energie auszugeben. Ob damit ein Passivhaus gebaut wird oder nicht, spielt dabei sogar eine untergeordnete Rolle - Hauptsache alles wird nach dem Passivhausstandard gebaut.

Link-Empfehlungen zu anderen Webseiten mit Mehrwert für Sie 

ÜBER DIE LINKS hier unten kommen Sie zu den führenden Passivhaus-Seiten, wo Sie von A bis Z wirklich alles erfahren, was es über Passivhäuser zu wissen gibt. Wenn Sie unabhängige Informationen zu den Themen Passivhaus bauen oder Passivhaus planen suchen, sollten Sie genau diese Webseiten als Informationsquelle nutzen.

 ZUR ERINNERUNG:  Verzichten Sie darauf, sich von Leuten oder Firmen über Passivhäuser beraten zu lassen, die entweder selbst noch keine Erfahrung damit gesammelt haben oder die ein berechtigtes Interesse daran haben, dass Sie KEIN Passivhaus errichten - beispielsweise von Bauunternehmen, die nicht auf die Passivbauweise spezialisiert sind, Ihnen aber trotzdem ein "gutes" Angebot unterbreiten möchten. .

INFO: Damit Sie DIESE Seite nicht irrtümlich verlieren, öffnen die Links zu den empfehlenswerten Webseiten sicherheitshalber ein neues Fenster.

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