Alle Projektleiter-Aufgaben Ihres Baubetreuers

LERN-MODUL 11 ▶  Projektleiter-Aufgaben | Muster Baubetreuungsvertrag
Projektleiter Aufgaben

VON WELCHEN Projektleiter-Aufgaben ist die Rede? Es geht hier um die Aufgaben eines Projektleiters bei der Abwicklung eines Bauvorhabens zur Errichtung eines Einfamilienhauses, die allerdings meistens mit den normalen Bauleiteraufgaben eines Firmenbauleiters verwechselt werden. Oder mit den Aufgaben eines Bauleiters von Handwerkerleistungen.

In der Praxis wird also sehr häufig einfach davon ausgegangen, dass der Bauleiter der Baufirma, welche zumindest den Rohbau errichten soll, automatisch auch der Bauleiter der gesamten Baustelle ist. Das ist allerdings keineswegs der Fall. Zwar sind diese Führungsleute durchwegs sehr bemüht um alles, mit den tatsächlichen Projektleiter-Aufgaben hat dieses Bemühen aber kaum etwas zu tun. Warum das so ist, ist einfach erklärt:

Wie Sie aus den vorherigen Lern-Modulen bereits wissen, kann Ihr Bauvorhaben grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten abgewickelt werden. Erstens durch einen Generalunternehmer, welcher damit auch für jeden einzelnen Handwerker auf der Baustelle verantwortlich ist. In diesem Fall gibt es also einen einzigen GU-Bauleiter.

Zweitens durch die direkte Beauftragung von einzelnen Handwerksbetrieben, welche dann jeweils für die Errichtung der einzelnen Gewerke zuständig sind. In diesem Fall gibt es für jede einzelne Handwerkerleistung auch noch einen eigenen Bauleiter.

In beiden Fällen wird jede Bauleistung also immer von einem ganz bestimmten Bauleiter vorgegeben, organisiert, realisiert und kontrolliert. Es kann also auch auf einer vielleicht nicht wirklich umfangreich scheinenden Baustelle zur Errichtung eines Einfamilienhauses durchaus vorkommen, dass sich auf der Baustelle gleichzeitig gleich mehrere Bauleiter tummeln. Und jeder dieser Fach-Bauleiter hat für seinen eigenen Arbeitgeber eine eigene Aufgabe zu erfüllen. 

Obwohl jeder einzelne Fach-Bauleiter von seinem Arbeitgeber natürlich dazu verpflichtet wurde, die Wünsche des zahlenden Bauherrn bestmöglich zu erfüllen, darf nicht darauf vergessen werden, dass jeder Bauleiter auch dazu angehalten ist, nach bestem Wissen und Gewissen vorrangig vor allem die Interessen der eigenen Firma zu wahren. 

 AUF DEN PUNKT GEBRACHT: 

Bei allem Verständnis für den Bauherrn muss jeder einzelne Bauleiter vor allem für seinen jeweiligen Auftraggeber das bestmögliche Ergebnis abliefern. Dadurch entstehen naturgemäß oft Interessenkonflikte, die der private Bauherr vielleicht gar nicht als solche erkennt, obwohl sich diese schlussendlich immer auf den Erfolg des Bauvorhabens auswirken. Auf die Baukosten, auf die Qualität, auf die Termine.

Genau deshalb muss jede Baustelle von einem übergeordneten Projektleiter - IHREM Baubegleiter - geführt werden. Und diese Projektleiter-Aufgaben unterscheiden sich gravierend von den Aufgaben der übrigen Bauleiter. Welche Aufgaben genau der Projektleiter erledigen muss, erfahren Sie hier in diesem 11. Lern-Modul zum übergeordneten Thema Bauorganisation.

Gratis ebook

"Die ultimative Hausbau Erfolgsformel"

Völlig kostenlos und absolut unverbindlich. Der wichtigste Hausbau-Ratgeber überhaupt als PDF-Sofort-Download

Lern-Modul 11
Projektleiter-Aufgaben: Praxisnah erklärt in Form eines beispielhaften Muster-Baubetreuungsvertrages

IN DER THERORIE hört sich alles oft sehr einleuchtend an - und dann auch doch wieder nicht. Vieles ist logisch, anders wiederum kaum nachvollziehbar. Wenn es darum geht, privaten Bauherrn die umfassenden Tätigkeiten eines Projektleiters bei der Abwicklung eines Bauvorhabens zur Errichtung eines bezugsfertigen Einfamilienhauses zu erklären, ist das ebenfalls gar nicht so einfach. 

Info Kompakt

Lern-Modul 11 Projektleiter Aufgaben

THEMA:
Projektleiter Aufgaben

ETAPPE:
B. Bauorganisation

AUFTRAGGEBER:
Bauherr

AUFTRAGNEHMER:
Baubegleiter als Baumanager und Projektleiter

MÖGLICHE BAUHERREN-EIGENLEISTUNGEN:
Foto-Dokumentation Bauablauf

Grundsätzlich scheint zwar ohnehin jeder mehr oder weniger genau zu wissen, welche Aufgaben der Projektleiter hat, wenn es ins Detail geht, schaut die Sache aber schon wieder ungleich verwirrender aus.

Vielleicht sind sogar genau diese Unsicherheiten, die gerade bei der Beurteilung des Leistungsumfangs eines Baubegleiters bzw. Projektleiters auftreten können, der ausschlaggebende Grund dafür, dass sich viele private Bauherrn schlussendlich doch nicht dazu entscheiden, einen professionellen Baubegleiter mit der Realisierung ihres geplanten Hauses zu beauftragen.

Dabei wäre gerade dieser Schritt der absolut wichtigste auf dem Weg zum eigenen Traumhaus. Es muss nämlich jemanden geben, der die komplette Abwicklung des Bauvorhabens in der Praxis organisiert und allen anderen vorgibt, was wann wie zu tun ist. 

  • Wie schon Wolfgang von Goethe absolut treffend formulierte: "Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - MAN MUSS AUCH TUN". In Zusammenhang mit der Abwicklung eines Bauvorhabens bedeutet das, dass genau der Projektleiter derjenige ist, der alles TUT. Da wird also nicht mehr nur geredet oder theoretisiert, sondern alles in die TAT umgesetzt.  

 PROJEKTLEITER-AUFGABEN IN DER PRAXIS 

Damit Sie sich ein realistisches Bild davon machen können, wozu Sie einen professionellen Baubegleiter konkret brauchen, was dieser alles tun muss, welche Kompetenzen er hat und wie alles in der Praxis abläuft, besteht dieses Lern-Modul "nur" aus einem Muster-Baubetreuungsvertrag.

Daraus können Sie mehr als deutlich ablesen, welche Aufgaben der von Ihnen beauftrage Baubegleiter erfüllen muss - und auch Sie als Laie werden erkennen, dass sich diese Projektleiter-Aufgaben ganz wesentlich von den Aufgaben eines Firmen-Bauleiters unterscheiden. 

 WARUM "NUR" EIN MUSTER-BAUBETREUUNGSVERTAG? 

  • Weil in der Praxis kein Bauvorhaben dem anderen gleicht und daher jeder Baubetreuungsvertrag individuell auf das jeweilige ebenso individuelle Bauvorhaben zugeschnitten werden muss.  Der auf Ihr Bauprojekt abgestimmt Vertrag, den SIE von Ihrem Bauabwickler vorgelegt bekommen, kann sich daher unter Umständen gravierend von diesem Muster-Vertrag unterscheiden.

 WICHTIG: 

Vor allem der Punkt "Zahlung" muss individuell vereinbart werden. Abhängig von der Bonität der Vertragspartner sind verschiedenste Zahlungs- und Finanzierungsmodelle möglich. Vereinbart werden kann beispielsweise:

  • Zahlung nach vereinbartem Ratenplan.
  • Abschlagsrechnungen nach Baufortschritt.
  • Zahlung der vereinbarten Gesamtsumme nach Gesamtfertigstellung bei Hinterlegung einer Bankgarantie durch AG und gleichzeitiger Erfüllungsgarantie durch AN.

Unabhängig davon, sind in jedem Vertrag aber zumindest diese Vertragspunkte enthalten: 

  • Der genaue Vertragsgegenstand.
  • Die gültigen Vertragsgrundlagen.
  • Der gesamte vereinbarte Leistungsumfang. (Projektleiter-Aufgaben)
  • Die Höhe sowie Art und Weise der Vergütung.
  • Die festgelegten Termine und Fristen.
  • Die Art und Weise der Zahlungen.
  • Eventuelle Sicherheitsleistungen.
  • Abzuschließende Versicherungen.
  • Mögliche Kündigungsgründe.
  • Der zuständige Gerichtsstand.

 GUT ZU WISSEN 

Ob der Vertrag dann tatsächlich als Baubetreuungsvertrag bezeichnet wird, als Werkvertrag oder als was auch immer, ist unwesentlich. Es könnte sich vielleicht auch um eine Auftragsbestätigung über den genau definierten Leistungsumfang handeln.

Muster Baubetreuungsvertrag mit Pauschalpreis als Vorlage für Ihr eigenes privates Bauvorhaben

Alle Schritte zum Bauauftrag

BEI DIESEM BEISPIELHAFTEN Baubetreuungsvertrag wird davon ausgegangen, dass der Baubetreuer die vereinbarte Pauschalsumme für das im zugrunde liegenden Angebot beschriebene Haus garantiert und auch den Fertigstellungstermin. Diese Variante stellt für den Bauherrn zwar die sicherste Vertragsart dar, weil damit Kosten- und Terminüberschreitungen so gut wie ausgeschlossen sind - leider wird diese Vertragsgestaltung aber nicht von jedem Baubegleiter oder Baumanager angeboten.

  • Darauf lassen sich nur echte Baumanagement-Profis ein, was allerdings auch ein sehr starkes Qualitätsmerkmal darstellt. Vorrangig sollte daher dieses Vertragsmodell angestrebt werden.   

VARIABLE ANGABEN: Die grundlegenden Inhalte bzw. Texte in diesem Mustervertrag sind der Übersichtlichkeit halber rot kursiv geschrieben und können bei Bedarf entsprechend angepasst oder ergänzt werden.

MUSTER BAUBETREUUNGS-VERTRAG

Zwischen Familie

Mustermann

vertreten durch Herrn

Max Mustermann

und /oder Frau

Erika Musterfrau

als Auftraggeber - im Folgenden AG genannt UND

Baumanagementbüro

Musterfirma

vertreten durch Herrn / Frau

Mustermann / Musterfrau

als Auftragnehmer - im Folgenden AN oder Baubetreuer genannt - wird folgender Baubetreuungsvertrag geschlossen:

 1. VERTRAGSGEGENSTAND 

Der AG überträgt dem AN für das Bauvorhaben in Musterweg 10, PLZ Musterstadt die Ausführung folgender Leistungen:

1.1. Herstellen eines Einfamilienhauses mit einer Wohnfläche von ca. 140 m²  entsprechend den beiliegenden Planskizzen mit der dazugehörigen Angebotsbeschreibung in Form einer Baubetreuung mit garantiertem Endpreis und garantierter Bauzeit.

1.2. Beim Einfamilienhaus handelt es sich um ein Wohnhaus mit Satteldach, bestehend aus Keller, Erdgeschoss und Dachgeschoss.

1.3. Energiekennzahl des Hauses ist kleiner oder gleich 25kWh/m²a.

 2. VERTRAGSGRUNDLAGEN 

2.1. Folgende Vertragsbestandteile sind ein integrierender Bestandteil dieses Vertrages und der hier angeführten Reihenfolge gültig:

2.1.1. die Bestimmungen dieser Vertragsurkunde und des Verhandlungsprotokolls vom 01.01.2017.

2.1.2. die Leistungsbeschreibung vom 01.01.2017 mit den zugehörigen Planskizzen.

2.1.3. die anerkannten Regeln der Technik, sämtliche Musternormen (z.B. Ö-Normen oder DIN-Normen) , alle sonstigen gültigen technischen Vorschriften und Auflagen der im Musterland (z.B. Österreich oder Deutschland)  allgemein anerkannten Fach-, Sicherheits- und Aufsichtsbehörden.

2. 1.4. Mündliche Vereinbarungen bzw. Vorgespräche sind im Rahmen dieses Vertrages wirkungslos, sofern diese nicht beiderseits anerkannt und in Schriftform festgehalten wurden.

2.2. Der Baubetreuer erstellt das Neubauprojekt auf dem bereits vorhandenen und im Eigentum des AG befindlichen Grundstücks im Namen und auf Rechnung des AG, wobei Folgendes gilt:

  • Der Baubetreuer übernimmt je nach Vertragsgestaltung die Vorbereitung des Bauvorhabens und die Baudurchführung.
  • Baubetreuer sind keine Handwerker und erbringen keine eigenen Leistungen. Aufgrund einer vom AG erteilten Vollmacht schließt der Baubetreuer im Namen des AG Verträge mit sämtlichen am Bau beteiligten Handwerkern ab.
  • Die vom AG an den Baubetreuer ausgestellte Vollmacht wird Vertragsbestandteil dieses Baubetreuungsvertrages.
  • Die Vollmacht berechtigt den Baubetreuer ausdrücklich zu allen notwendigen Leistungen, welche für die Baudurchführung notwendig sind, wie z.B.: Vergabe von Aufträgen, Antragstellung bei den Behörden, Bauaufsicht usw.
  • Dem Baubetreuer wird jedoch die Vollmacht insofern begrenzt, dass es ihm nicht gestattet ist, Verträge mit sich selbst bzw. Unternehmen abzuschließen, an denen er beteiligt ist.
  • Somit entsteht eine direkte vertragliche Beziehung zwischen dem AG und den Handwerkern, welche durch den Baubetreuer organisiert wird. Die Koordinierung und Überwachung der Handwerksarbeiten wird jedoch vom Baubetreuer durchgeführt.

Fortsetzung Muster-Baubetreuungsvertrag
Leistungsumfang, Projektleiter-Aufgaben und Vergütung

 3. LEISTUNGSUMFANG
 BÜROLEISTUNG 

(Projektleiter-Aufgaben)

01. Klärung der Aufgabenstellung, Erstellung und Koordinierung des Programms für das Gesamtprojekt.

02. Klärung des Einsatzes von Planern und anderen an der Planung fachlich Beteiligten.

03. Auswählen und Empfehlen von Vertragsformen und Vertragsbedingungen.

04. Mitwirken bei der Vertragsgestaltung.

05. Herstellung der Einreichplanung inklusive aller nötigen Baubeschreibungen entsprechend den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben.

06. Vertretung des Bauherrn vor Behörden und Körperschaften öffentlichen Rechts, Teilnahme an Verhandlungen und Erwirkung der Baubewilligung bzw. Baugenehmigung.

07. Erstellen aller nötigen Leistungsverzeichnisse auf Basis der mit dem Bauherrn festgelegten und im Rahmen der Pauschalpreisberechnung vereinbarten Ausstattungsstandards.

08. Erstellen von Firmenlisten für die Ausschreibung der einzelnen Gewerke.

09. Rechnerische Prüfung der von den anbietenden Firmen ausgepreisten Leistungsverzeichnissen sowie Erstellung von Preisspiegeln getrennt nach Gewerken und Teilleistungen.

10. Zusammenstellung der Vergabeunterlagen für alle Leistungsbereiche und Führung von Vergabegesprächen.

11. Koordination und Abwicklung der Auftragsvergabe.

12. Aufstellen und Überwachen von Termin- und Zahlungsplänen, bezogen auf das Projekt und alle Projektbeteiligten.

13. Koordination und Kontrolle der Projektbeteiligten und deren Arbeitseinsatzes.

14. Laufende Information des Auftraggebers über die Projektabwicklung und rechtzeitiges Herbeiführen von Entscheidungen des Auftraggebers.

 4. LEISTUNGSUMFANG
 ÖRTLICHE BAUBETREUNG 

(Projektleiter-Aufgaben)

01. Überwachen der Ausführung des Werkes auf Übereinstimmung mit den Baubewilligungen, den Plänen und den Leistungsbeschreibungen nach den anerkannten Regeln der Technik und den einschlägigen Vorschriften.

02. Koordinierung der an der Überwachung fachlich Beteiligten.

03. Wo notwendig, gemeinsames Aufmass mit den ausführenden Firmen.

04. Ständige Bauüberwachung nach Erfordernis..

05. Abnahme der Leistungen unter Mitwirkung anderer an der Planung und Überwachung fachlicher Beteiligter.

06. Feststellen von Mängeln.

07. Rechnungsprüfungen und Kostenkontrolle.

08. Durchführung der Endabnahme mit den beteiligten Firmen.

09. Auflistung der Gewährleistungsfristen.

10. Übergabe des Gewerkes.

 5. AUSZUFÜHRENDE  GEWERKE 

Als Grundlage für den vorliegenden Baubetreuungsvertrag wird im beiderseitigen Einverständnis angenommen, dass folgende Gewerke ausgeführt werden:

  • Erdbau
  • Baumeister
  • Zimmerer
  • Spengler & Dachdecker
  • Fenster, Türen außen, Fenster- und Sohlbänke
  • Heizung, Sanitär, Lüftung – Rohinstallation
  • Elektro-Rohinstallation
  • Innenputz
  • Estrich
  • Trockenbau
  • Fliesen
  • Maler
  • Bodenbeläge
  • Innentüren
  • Heizung, Sanitär, Lüftung – Komplettierung
  • Elektro-Komplettierung
  • Fassade
  • Außenanlagen

 6. UNKLARHEITEN 

Bei erkennbaren Widersprüchen, Unklarheiten und / oder Ungenauigkeiten innerhalb eines Vertragsbestandteils oder zwischen den verschiedenen Vertragsbestandteilen, die sich auf Art und Umfang der zu erbringenden Leistungen beziehen, ist der AN verpflichtet, den AG hierauf schriftlich hinzuweisen.

 7. ÄNDERUNGEN UND  ZUSÄTZE 

Der AG, seine gesetzlichen Vertreter und die vom AG rechtsgeschäftlich hierzu Bevollmächtigten sind berechtigt, Änderungen des Bauentwurfes anzuordnen und / oder zu verlangen, dass der AN nicht vereinbarte Leistungen, die zur Ausführung der vertraglichen Leistung erforderlich werden, ausführt. Ausgenommen davon sind Leistungen, auf die der AN nicht eingerichtet ist und daher auch nicht ausführen kann.

Falls der AN der Auffassung ist, dass ihm aufgrund derartiger, vom AG angeordneter Änderungs- und / oder Zusatzleistungen Fristverlängerungs- und / oder Zusatzvergütungsansprüche zustehen, hat er dies dem AG unverzüglich in Form eines Nachtragsangebots vorzulegen. In diesem Nachtragsangebot ist auch auf etwaige terminliche Auswirkungen hinzuweisen.

Der AG ist angehalten, Nachtragsangebote unverzüglich zu prüfen.

 8. VERGÜTUNG 

Als Vergütung für die vertragsgemäße Herstellung des unter Punkt 1. (Vertragsgegenstand) Absatz 1.1. beschriebenen Einfamilienhauses wird ein Pauschalpreis (Pauschalsumme) in Höhe von brutto

275.000 EUR vereinbart.

Sämtliche in diesem Vertrag vereinbarten Vergütungen sind Festpreise.

Lohn- und Materialpreis-Gleitklauseln werden nicht vereinbart sofern das Bauvorhaben mit September 2017 begonnen und in einem Zug fertiggestellt wird.

Fortsetzung Muster-Baubetreuungsvertrag
Arbeitskäfte, Termine, Abnahme, Mängel und Zahlung

 9. ARBEITSKRÄFTE 

9.1 Der AN ist verpflichtet, ausschließlich Mitarbeiter einzusetzen, die im Besitz einer gültigen Arbeitserlaubnis und / oder eines gültigen Sozialversicherungsausweises sind. Der AN gestattet dem AG oder einem von diesem Bevollmächtigten, die Kontrollen durchzuführen, die erforderlich sind, um festzustellen, ob die vom AN eingesetzten Arbeitnehmer im Besitz einer gültigen Arbeitserlaubnis und / oder eines gültigen Sozialversicherungsausweises sind.

9.2 Der AN ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass auch die von ihm im Namen des AG beauftragten Professionisten keine Mitarbeiter aus Drittländern einsetzen, die nicht im Besitz einer gültigen Arbeitserlaubnis und / oder eines gültigen Sozialversicherungs-Ausweises sind. 

9.3 Beauftragt der AN im Namen des AG Professionisten, so stellt er damit den AG von sämtlichen Ansprüchen frei, die gegenüber dem AG wegen Verstoßes dieser Professionisten gegen die Bestimmungen des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes geltend gemacht werden.

 10. AUSFÜHRUNGSFRISTEN 

10.1. Der AN verpflichtet sich, die Arbeiten zur Errichtung des vertragsgegenständlichen Einfamilienhauses gemäß beigefügtem Bauzeitenplan, der einen integrierenden Bestandteil dieses Vertrages bildet, auszuführen. Dabei werden folgende verbindliche Fristen (Vertragsfristen) vereinbart:

Die Einreichplanung und Behördenwege werden vom AN in den Monaten Mai bis August 2017 durchgeführt.

Abhängig von der zuständigen Baubehörde beginnt der AN mit den ihm übertragenen Leistungen frühestens am 01. September 2017, spätestens am 01. Oktober 2017.

10.2. Die Fertigstellungsfrist ist – unabhängig vom Zeitpunkt der Abnahme – eingehalten, wenn der AN innerhalb der vereinbarten Zeit die von ihm geschuldeten Leistungen vollständig und frei von wesentlichen Mängeln erbracht hat.

10.3. Eine Verlängerung von Ausführungsfristen setzt voraus, dass der AN dem AG unverzüglich die seiner Auffassung nach bestehende Behinderung angezeigt hat. Hierbei hat der AN alle Tatsachen mitzuteilen, aus denen sich für den AG mit hinreichender Klarheit die Gründe der Behinderung ergeben. Er hat insbesondere Angaben dazu zu machen, ob und wann seine Arbeiten, die nach dem Bauablauf nunmehr ausgeführt werden müssen, nicht oder nicht wie vorgesehen ausgeführt werden können.

Einer Behinderungsanzeige bedarf es lediglich dann nicht, wenn dem AG offenkundig die Tatsache und deren hindernde Wirkung bekannt sind - wie zum Beispiel Schlechtwetter in Form von Regen oder Kälte.

 11. ABNAHME UND MÄNGEL 

11.1. Es werden förmliche Teilabnahmen und eine Endabnahme der Leistungen vereinbart. Die Endabnahme bewirkt den Gefahrübergang oder den Beginn der Gewährleistungsfrist.

11.2. Der AG hat bei jeglicher Geltendmachung von Mängelansprüchen zunächst die seiner Auffassung nach bestehenden Mängel zu rügen. Hierbei ist es ausreichend, wenn er die Mangelerscheinungen, die für ihn wahrnehmbar sind, sowie die Örtlichkeiten, an denen diese auftreten, dem AN mitteilt. Dies wird gemeinsam vom AG und AN in einem Abnahmeprotokoll festgehalten.

11.3. Der AN ist hierbei unbeschadet sonstiger Mängelansprüche des AG zunächst verpflichtet, die auftretenden Mängel ordnungsgemäß in einem bestimmten Zeitrahmen zu beseitigen. Erklärt sich der AG mit einer bestimmten Art der Mängelbeseitigung einverstanden, ist hiermit kein Verzicht auf bestehende Mängelansprüche verbunden. Der AN wird von seiner Nachbesserungsverpflichtung nicht dadurch frei, dass der AG eine untaugliche Nachbesserungsmaßnahme vorschlägt. Der AN hat auch in diesem Fall den Mangel zu beseitigen und den vertragsgemäßen Zustand herzustellen.

11.4. Macht der AG seinen Anspruch auf Mängelbeseitigung geltend, hat der AN die Nachbesserung ordnungs- und vertragsgemäß durchzuführen. Die Art und Weise der Mängelbeseitigung bestimmt hierbei der AN.

11.5. Kommt der Auftragnehmer der Aufforderung des Auftraggebers zur Beseitigung eines Mangels innerhalb einer ihm gesetzten angemessenen Frist nicht nach, kann der Auftraggeber, unbeschadet etwaiger weiterer Rechte des Auftraggebers, die Mängel auf Kosten des Auftragnehmers beseitigen lassen.

11.6. Haben fehlerhafte Leistungen des AN und eines anderen Unternehmens zu Mängeln geführt, die nur einheitlich beseitigt werden können, haftet der AN dem AG neben dem anderen Unternehmen als Gesamtschuldner.

 12. ZAHLUNG 

12.1. Es gelten Abschlagsrechnungen als vereinbart, welche vom AN entsprechend der erbrachten Leistung gelegt werden. 

12.2. Als Zahlungsfrist für alle Rechnungen (Teilrechnungen, Abschlagsrechnungen, Schlussrechnung)  gelten 30 Tage ab Eingang der Rechnung beim AG als vereinbart.

12.3. Bei vollständiger Bezahlung aller Rechnungen innerhalb von 5 Tagen ab Eingang der Rechnung beim AG gewährt der AN ein Skonto von 3%.

Fortsetzung Muster-Baubetreuungsvertrag
Sicherheitsleistungen und Sonstiges

 13. SICHERHEITSLEISTUNGEN 

13.1. Zur Sicherstellung des Gesamtpreises bringt der AG auf seine eigene Kosten eine Bankgarantie bei. Der Vollzug dieses Vertrages bzw. die Beauftragung erfolgt von Seiten des AG erst nach Vorlage dieser Bankgarantie durch ein inländisches Geldinstitut.

13.2. Für die Dauer von 3 Jahren ab Abnahme wird  für Mängelansprüche eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3 % der Netto-Verrechnungssumme vereinbart, welche bei der Schlussrechnung in Abzug gebracht wird. Die Sicherheitsleistung kann durch die Vorlage einer Bankgarantie durch den AN abgelöst werden 


 14. KÜNDIGUNG 

14.1 Für die Kündigung des Vertrages gelten die einschlägigen, sich aus den Vertragsgrundlagen ergebenden Bestimmungen. Darüber hinaus ist jede Partei berechtigt, den Vertrag außerordentlich aus wichtigem Grund zu kündigen, wenn durch ein schuldhaftes Verhalten der anderen Partei der Vertragszweck so gefährdet ist, dass der vertragstreuen Partei die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden kann.

Eine Kündigung des Vertrages aus wichtigem Grund durch den AG ist insbesondere zulässig, wenn feststeht, dass der AN eine Vertragsfrist aus von ihm zu vertretenden Gründen nicht einhalten wird und diese Vertragsverletzung von so erheblichem Gewicht ist, dass eine Fortsetzung des Vertrages für den AG nicht zumutbar ist.

14.1. Eine Schiedsgerichtsvereinbarung ist nicht geschlossen.

 15. SONSTIGES 

15.1. Der AG verpflichtet sich eine entsprechende Rohbauversicherung vor Baubeginn abzuschließen.

15.2. Der AG stellt dem AN die für seine Leistung erforderliche Bauwasser und Baustrom unentgeltlich zur Verfügung.

15.3. Der AN hat die Baureinigung, wozu auch die Beseitigung des von ihm verursachten Bauschuttes zu zählen ist, selbsttätig und fortlaufend, spätestens bis Ende der Arbeit des Gewerkes vorzunehmen.

15.4. Der AN verpflichtet sich, Baubegehungen zumindest 1-mal wöchentlich mit dem AG während der gesamten Bauzeit durchzuführen.

15.5. Die Bedingungen, Grundlagen und Vereinbarungen dieses Vertrages gelten auch für alle Zusatz-, Änderungs- und / oder Ersatzaufträge bzw. Ersatzverträge der Parteien im Zusammenhang mit diesem Bauvorhaben.

15.6. Mündliche Nebenabreden zu diesem Vertrag bestehen nicht. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Dies gilt auch für eine Abänderung oder einen Verzicht auf die Anwendung dieser Schriftformbestimmung.

15.7. Im Falle der Unwirksamkeit einzelner Regelungen in diesem Vertrag bleibt die Wirksamkeit der übrigen Vertragsbestimmungen unberührt. Die Vertragsparteien verpflichten sich, in diesem Fall eine wirksame Regelung zu treffen, die dem Vertragszweck und dem wirtschaftlich angestrebten Ergebnis am nächsten kommt.

 16. UNTERFERTIGUNG 

Die Vertragsparteien bestätigen mit Ihrer Unterschrift, dass Sie mit diesem Vertrag vollinhaltlich einverstanden sind. Auf eine Anfechtung wegen Irrtums wird ausdrücklich verzichtet. 

Ort, Datum Unterschrift AG und AN:  ............................................

BauThemen passend zu DIESER Infoseite
Klicken. Lesen. Wissen. Anwenden. Erfolgreich hausbauen.

DEMNÄCHST sind hier alle BauThemen auch zum Klicken ... 

Bis dahin bei Bedarf einfach gleich von hier aus nach den gesuchten Informationen googeln.

  • Was ein Projektmanager fachlich können und wissen muss
  • Was Kunden und Bauherren erwarten und fordern dürfen
  • Baubegleitende Qualitätskontrolle durch Bausachverständige

BauXpress | BLOG News Aktuell

  1. Passivhaus bauen: Das einzige Baukonzept mit Zukunft

    Auf den Punkt gebrachte Informationen über das Thema Passivhaus bauen. Über welche Komponenten und Rahmenbedingungen Sie Bescheid wissen müssen.

    Weiterlesen

  2. Einfamilienhaus bauen heute: Der professionellste Weg

    Egal, von wem oder in welcher Bauweise Sie Ihr eigenes Einfamilienhaus bauen lassen wollen: Viele Wege führen zum Ziel - nur einer ist empfehlenswert.

    Weiterlesen

  3. Gratis eBook Die ultimative Hausbau Erfolgsformel

    Völlig kostenlos und für private Bauherren trotzdem der vielleicht wichtigste Hausbau-Ratgeber überhaupt: Hausbau Erfolgsformel als PDF Sofort-Download.

    Weiterlesen

  4. Einfamilienhaus Rohbau erstellen Schritt für Schritt

    Wie Profis in der richtigen Reihenfolge für Ihr Traumhaus den Rohbau erstellen, welche Gewerke enthalten sind und wer wann welche Leistungen erbringt.

    Weiterlesen

  5. Richtig Haus bauen lernen - HausbauManager.com

    Egal, wie und in welcher Bauweise Sie Ihr eigenes Haus bauen wollen: Mit dieser Hausbau-Anleitung für private Bauherren machen auch Sie alles richtig.

    Weiterlesen